Aktuelle Informationen:

  • 2020-04-05 Schreiben des Präsidenten des BbT zur Coronakrise und zur Durchführung von Veterinärpraktika in den Ämtern Link >>>
  • 2020-08-28 Stellungnahme zur Neufassung derv AVV-Rüb durch BbT, BVLK und foodwatch Link >>> 
  • 2020-10-07 Pressemeldung des BbT zu Tiertransporten von Nutztieren in Drittländer Link >>>
  • Stellenausschreibungen Link >>>

Online-Präsenz-Seminar zum Animal-Health-Law und dem nationalen Tiergesundheitsrecht
hier: Programm und Link zur 
Anmeldung

jtemplate.ru - free extensions Joomla

EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser, 

„Es irrt der Mensch so lang er strebt“ (Prolog zum Faust der Tragödie 1. Teil v. Goethe).

Manchmal ist man versucht, das Vertauschen der Verben in diesem Satz hinzunehmen. Aber nein, Irren ist nur durch Streben und die Suche nach Verbesserung der gegenwärtigen Situation zu akzeptieren. 

Wonach strebt der BbT? Nach Zusammenarbeit – mit der BTK, dem bpt und der TVT – natürlich. Nach konstruktivem Dialog mit Vertretern aus Politik, Behörden und Berufsverbänden der Wirtschaft sowie NGOs und den Medien. 

Im Grunde geht es uns um die Zukunftsfähigkeit des tierärztlichen Berufsstandes der Amtstierärzte. 

Dafür ist die Expertise, der Sachverstand, immer auf dem aktuellen Stand zu halten. Deshalb stehen insbesondere die Fortbildungen im Fokus unseres Strebens. 

Der diesjährige 35. Internationale Kongress in Bad Staffelstein und das Anschlussseminar mit Rekordbesucherzahlen (670 bzw. über 200 Teilnehmer) sind ein Beleg dafür. Spezielle Themen wurden durch das TNPSeminar am 8.6.2016 in Leipzig und werden am 13.10.2016 durch das Tiertransportseminar in Fulda behandelt. 

Dies ist Gestaltung im Fokus der aktuellen Erfordernisse. 

Wir müssen aber weiter über die Zukunftsfähigkeit des tierärztlichen Berufsstandes nachdenken, denn gegenwärtig steht Vieles zur Disposition bzw. ist in gesellschaftlicher Veränderung begriffen. 

Die Dienstleistungsrichtlinie brachte uns Tierärzten das Aus der Zugehörigkeit zu den Gesundheitsberufen. Der Bestand der Selbstverwaltung der standardsichernden freien Berufe gerät in Gefahr. 

Außerdem wechselte das althergebrachte Geschlechterverhältnis von überwiegend männlich zu überwiegend weiblich. Die Beweggründe der Berufswahl von der früher überwiegenden Nutztierausrichtung haben zur Hinwendung zu Kleinund Heimtieren und Pferden gewechselt. 

Die Work-Live-Balance-Entwicklung sowie die Veränderung gesellschaftlicher Werte führen zu einer verminderten Bereitschaft, Führungsund Leitungsfunktionen wahrzunehmen. Wer wird uns die Verantwortlichkeiten abnehmen und zu welchem Preis? Wollen wir dies am Ende wirklich ? Kommt hier wieder der Verwaltungsjurist ins Spiel, weil wir Raum bieten? 

Das gewandelte Geschlechterverhältnis bringt Fragen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf ganz deutlich auf die Tagesordnung. Man fragt sich, ob die Leitung von Verwaltungseinheiten und die fachliche Expertise in Teilzeit möglich sind ? Wenn nicht – was dann? 

Hat sich oder wird sich dadurch die konfl iktreiche Außendienstund Kontrolltätigkeit und deren Duldung verändern? 

Ist die gegenwärtige Auswahl der Tiermedizinstudierenden ausschließlich nach Abi-Note noch sinnvoll? 

Rein praktisch muss hinterfragt werden, inwieweit das gegenwärtige Lebensmittelrecht in Anwendung gebracht werden kann bei der Integration von Migranten in Lebensmittelunternehmen. 

Wie erklärt man die Erforderlichkeit einer Lebensmittelhygieneschulung, der Allergenkennzeichnung und der Hackfl eischuntersuchung in Eigenkontrolle, wenn man auf 20 Wörter deutschen Wortschatz trifft und die Gewerbeerlaubnis ohne diesbezügliche Kenntnisse erteilt wird? 

Fragen über Fragen, die Antworten bräuchten. Und da haben wir von TTIP und Tierschutz noch gar nicht gesprochen. 

Herzlichst 
Dr. Holger Vogel 
Präsident Bundesverband der beamteten Tierärzte e.V. - Vereinigung der Tierärztinnen und Tierärzte im öffentlichen Dienst 

Mitglieder können nach erfolgter Anmeldung den Beitrag kommentieren.

Joomla templates by a4joomla