Aktuelle Informationen:

  • Schreiben des Präsidenten des BbT zur Coronakrise und zur Durchführung von Veterinärpraktika in den Ämtern vom 05. April 2020 Link >>>
  • Absage des BbT-Kongresses und Anschlussseminars 2020 in Folge der Coronakrise vom 12. März 2020 Link >>>
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Mail des Präsidenten des BbT, Herrn Dr. Holger Vogel, vom 19. März an Herrn CVO Dr. Rassow zur Systemrelevanz des Öffentlichen Veterinärwesens: 

Eine Einstufung als „systemrelevante Tätigkeit“ bedeutet allgemein, dass die Angehörigen dieser Berufe bei Krisenlagen im Falle von Ausgangsbeschränkungen, Ausgangssperren oder auch eines Shutdown ihren Arbeitsplatz erreichen bzw. ihr IT-System nutzen können müssen. Auch der Anspruch auf einen Notbetreuungsplatz für Kinder bei Kita und Schulschließungen ist mit dieser Einstufung verbunden.
Die Tätigkeiten des Öffentlichen Veterinärwesens sind unverzichtbar für das Funktionieren des Gemeinwesens. In Zeiten besonderer Krisenlagen wie der derzeitigen Corona - Pandemielage, ist es daher dringend erforderlich, dass die Aufgaben in den Tätigkeitsfeldern Lebensmittelüberwachung, Tiergesundheitsvorsorge und Tierseuchenbekämpfung sowie Tierschutz ungehindert wahrgenommen werden können.

Was bedeutet „Systemrelevanz“ für den amtstierärztlichen Dienst?

Das Öffentliche Veterinärwesen hat im Sinne des One-Health-Konzepts - ebenso wie der Öffentliche Gesundheitsdienst - auf allen Ebenen der Verwaltung und der Untersuchungsämter zweifellos Systemrelevanz.
Somit sind die Tätigkeiten unabweisbare Pflichtaufgaben. Sie dienen der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit sowie der Versorgung der Bevölkerung mit sicheren Lebensmitteln.
Hierzu gehören insbesondere die Bereiche:

  • Lebensmittelüberwachung und Untersuchung,
  • Schlachttierund Fleischuntersuchung mit weitergehenden Untersuchungen,
  • Tiergesundheitsvorsorge und Tierseuchenbekämpfung sowie Zoonosebekämpfung,
  • Aufrechterhaltung des Warenverkehrs mit Lebensmitteln und Schlachttieren in der Europäischen Union und darüber hinaus incl. Grenzkontrollen und
  • Tierschutz soweit es zur Absicherung o. genannter Kriterien und der Nutzund Versuchstierhaltung.

Lebensmittelüberwachung

In Ausnahmezeiten wie der gegenwärtigen Corona-Pandemie mit der allgemeinen Verunsicherung der Bevölkerung über mögliche Infektionswege steigt die Erwartung an die Sicherheit der Lebensmittel. Die konsequente Fortführung der risikoorientierten Überwachung der Herstellerbetriebe und des Handels mittels Betriebskontrollen und Probenahmen sind in dieser Zeit besonders wichtig, um Verbraucher wie sonst auch vor gesundheitlichen Gefahren, die von Lebensmitteln ausgehen können, zu schützen.

Beim Ausbruch humaner gastrointestinaler Erkrankungsgeschehen ist die Ursachenermittlung entlang der Lebensmittelkette durch den amtstierärztlichen Dienst und die Lebensmittelkontrolleure unaufschiebbar. Auch den über das Europäische Schnellwarnsystem eingehenden Meldungen über Rückrufe von ausgelieferten Lebensmittelchargen mit einer Gesundheitsgefahr für Verbraucher muss unverzüglich nachgegangen werden.

Schlachtbetriebe aller Größenordnungen haben eine tragende Rolle bei der Versorgung der Bevölkerung mit tierischem Eiweiß. Die obligatorischen amtstierärztlichen Aufgaben bestehen hier in der Untersuchung aller Schlachttiere vor der Schlachtung und der Fleischuntersuchung, einschließlich der Trichinenuntersuchung, nach dem Schlachten zum Schutz der Menschen vor Zoonosen.

Tiergesundheitsvorsorge und Tierseuchenbekämpfung

Kontrollen, Probenahmen und weitere Maßnahmen im Rahmen der Tierseuchenprävention und -bekämpfung richten sich gegen Seuchen und Tierkrankheiten, die eine besondere volkswirtschaftliche Bedeutung haben oder eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit darstellen (Zoonosen). Aktuell besteht eine hohe Gefahr der Einschleppung der ASP sowie der Geflügelpest. Bei beiden Seuchen wäre mit einem immensen volkswirtschaftlichen Verlust zu rechnen. Nicht auszudenken wären die Folgen eines Ausbruchs der ASP oder eines flächenhaften H5N8-Geschehens, wenn sich dies parallel zur gegenwärtigen Corona-Krise ereignen würde.

Tierschutzkontrollen

Tierschutzkontrollen nach Anzeigen mit Verdacht der Tierquälerei sowie im Rahmen der Bestandsüberwachung landwirtschaftlicher Nutztiere dienen der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung sowie letztlich auch der Gesunderhaltung der Tiere. Nur gesunde Tiere liefern sichere Lebensmittel.

Alle genannten Tätigkeiten tragen zur Gewährleistung der Versorgung der Bevölkerung mit sicheren Lebensmitteln und zur Gesunderhaltung von Mensch und Tier bei.

Vorstand des BbT

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