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Amtstierärztlicher Dienst und Lebensmittelkontrolle - EDITORIALS 2/2021

Liebe Leserinnen und Leser,

„Es scheint, dass unsere Gesellschaft verlernt hat, ohne Aggression und mit einem Mindestmaß an Anstand und Respekt über
ihre Probleme zu diskutieren.“

An die Stelle demokratischen Meinungsstreits sind emotiona­lisierte Empörungsrituale, moralische Diffamierungen und offener Hass getreten. (Die Selbstgerechten; Sahra Wagenknecht *1969)

Die promovierte Volkswirtin beschreibt politische Entwicklungen, die schon längst auch für unseren Berufsstand zu realen Einflüssen im Arbeitsumfeld geführt haben. Moralische Haltungsnoten werden auch für unsere Tätigkeit vergeben. In
­Fragen des Lebensstils, des Konsumverhaltens und der gendergerechten Sprache wird dogmatisch und unerbittlich, fast
schon inquisitorisch, missioniert.

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Pressemitteilung über das Forschungsprojekt:

„Entwicklung eines Bewertungssystems zur Beurteilung der Tiergerechtheit von Pferdehaltungen als Bestandteil eines Nachhaltigkeitsmanagementsystems“

„Geht es den Pferden in ihrer Haltung gut?“ Diese Frage stellt sich ein Forscherteam der Technischen Universität München-Weihenstephan. Die Antwort soll das „Weihenstephaner Bewertungssystem für Pferdehaltungen“ liefern, das erstmals sowohl praxistaugliche, als auch wissenschaftlich fundierte Kriterien berücksichtigt. Pferde können mit Futter und Wasser „überleben“. Um sich aber wohlzufühlen und damit dem Anspruch des Tierschutzgesetzes zu genügen, brauchen sie aber viel, wie z.B. ausreichend Bewegung, Sozialkontakte und geeignete Umweltbedingungen. Deshalb suchen Wissenschaftler an

der TU-München nach Indikatoren, die aufzeigen, in wieweit Pferde in der Einzel- und Gruppenhaltung ihren arteigenen Verhaltensweisen und Bedürfnissen nachgehen können. Die zentrale Frage ist: Können sich Pferde in ihrer Haltung wohlfühlen oder verursacht diese möglichweise sogar Schmerzen, Leiden und Schäden? Bisherige Untersuchungen der Forschergruppe ergaben, dass neben einfach messbaren „Zollstock“-Indikatoren wie Liegeflächengröße oder Auslaufgestaltung auch spezielle Indikatoren aus dem Bereich der Tiergesundheit und dem Verhalten wichtige Informationen über das Tierwohl liefern. 

Das Bewertungssystem ist zweistufig aufgebaut. Das erste Modul beinhaltet eine kurze „Knock-out-Kriterien-Liste“. Mit dieser werden die absoluten Mindestanforderungen übergeprüft, denen eine Pferdehaltung genügen muss. Das zweite Modul ist das eigentliche Bewertungssystem. Mit diesem erfolgt dann eine differenzierte Beurteilung des jeweiligen Pferdebetriebes mit anschließender Auszeichnung. 

Das Bewertungssystem wird nach der Etablierung für sämtliche Gruppen- und Einzelhaltungsverfahren (gemäß den „Leitlinien zu Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten“ des BMEL, 2009) anwendbar sein. Das Projekt wird fachlich durch Projektpartner unterstützt, die wichtigen Institutionen der Pferdebranche angehören (Deutsche Reiterliche Vereinigung/ FN e.V., Laufstall-Arbeits-Gemeinschaft/ LAG e.V., Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft/ DLG e.V., Gesellschaft für Pferdemedizin/ GPM e.V., Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit/ LAVES, Fa. HIT Hinrichs Innovation + Technik GmbH, Fa. Röwer&Rüb GmbH). Darüber hinaus begleiten weitere Wissenschaftler das Projekt (Frau Prof. Christine Aurich/ Neustadt/Dosse & Universität Wien; Frau Prof. Ute Knierim/Universität Kassel-Witzenhausen). „Vertreter von Industrie, Wissenschaft, Behörden und Verbänden an einen Tisch zu bringen, hat sich hervorragend bewährt und soll für die folgenden drei Jahre auf weitere Interessenvertreter ausgeweitet werden“, wie die Projektleiterin Frau Dr. Zeitler-Ziel des „Weihenstephaner Bewertungssystems“ ist es, den Tierschutz in der Pferdehaltung deutschlandweit zu verbessern. Dazu soll ein Schulungszentrum für Betriebsleiter und Pferdehalter sowie für Inspekteure mit beratender Tätigkeit etabliert werden. Das Bewertungssystem soll einerseits zur betrieblichen Eigenkontrolle (TschG §11 Abs. 8, 2013) genutzt werden können. Andererseits ist eine Zertifizierung mittels Plaketten für besonders tiergerechte Pferdehaltungen geplant, um deren Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. 

Projektleiterin: Dr. Margit H. Zeitler-Feicht
Projektbearbeiterin: Dr. Miriam Baumgartner
Technische Universität München
Lehrstuhl für ֖kologischen Landbau und Pflanzenbausysteme
Arbeitsgruppe "Ethologie, Tierhaltung und Tierschutz"
Liesel-Beckmann-Str. 2
85354 Freising
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Tel.: 0173-8866969
Förderung des Forschungsprojekt: Zweckvermögen des Bundes bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank.

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