Klimawandel und die Ausbreitung von vektorübertragenen Infektionskrankheiten
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- Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 12. April 2012 21:36
- Geschrieben von Brigitte Ebert
FSME, Q-Fieber, Hantavirosen, Rickettsiosen, Leishmaniosen, Sandmückenfieber
Unter den vielen negativen Auswirkungen der globalen Klimaerwärmung ist auch der Einfluss auf das Auftreten von Infektionskrankheiten zu nennen. Von besonderer Bedeutung sind hierbei Vektorbedingte Krankheiten, d. h. Infektionen, die von Insekten, Zecken und Milben sowie von Nagern übertragen werden. Dabei ist das zufällige Einschleppen einer solchen Erkrankung selbst noch kein Grund zur Beunruhigung, da die Infektion i. d. R. nicht von Mensch zu Mensch übertragen wird. Viel problematischer ist der Import und das Festsetzen der Überträger, eben der sog. Vektoren, da sich erst dann eingeschleppte Infektionskrankheiten fest etablieren können wie sich etwa am Beispiel der Dengue, einer tropischen Virusinfektion, weltweit gezeigt hat. Bei dieser Entwicklung nun spielt die globale Erwärmung eine entscheidende Rolle, da sowohl die Ausbreitung wärmeliebender Vektoren als auch die Entwicklung der Erreger im Vektor temperaturabhängig sind. Setzt sich die globale Erwärmung weiter fort, muss man solche Einschleppungsgefahren auch für Mitteleuropa als realistisch ansehen. Als logische Folge dieser Entwicklung ist z. B. der Tigermoskito 2008 erstmals auch in Deutschland nachgewiesen worden, typischerweise in der wärmsten Region, der Oberrheinischen Tiefebene. Es gibt im Mittelmeerraum aber auch verschiedene andere Vektor-assoziierte Infektionen, deren Einschleppung nach Mitteleuropa schon in allernächster Zukunft bevorsteht, wenn es nicht sogar schon geschehen ist.
Korrespondierender Autor:
Prof. Dr. Dr. Peter Kimmig
Universität Hohenheim
Fachgebiet Parasitologie
Emil-Wolff-Straße 34
70599 Stuttgart





